Gemeinde für chaldäische Christen gegründet
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Gemeinde für chaldäische Christen gegründet
Essen. Christen duerfen nicht muede werden, sich stark zu machen für eine Kultur der Aufnahme und eine Integration der Wuerde. Dazu hat der Essener Weihbischof Franz Vorrath am Sonntag, 15. Maerz, in einem feierlichen Pontifikalamt zur Errichtung der chaldaeisch-katholischen Gemeinde aufgerufen.
St. Albertus Magnus Photo: Frank Vinken / waz-Archiv
"Wir muessen uns einsetzen für die grundlegenden Werte der Gastfreundschaft, der Solidaritaet und der Bereitschaft zum teilen", betonte er. Der Weihbischof erinnerte in seiner Predigt daran, dass Gott sein Heil allen Menschen und allen Voelkern anbiete. Damit führe Jesus Christus die Menschen hinaus aus dem engen Denken, das Voelker und Laender, Kulturen und Religionen aufteile in gut und boese. Vorrath: "Die Vielfalt von Sprachen und Voelkern, Kulturen und Riten innerhalb der Kirche macht deutlich, dass diese Vielfalt keine Bedrohung, sondern Reichtum bedeutet." In diesem Sinne sei es Aufgabe aller Christen, in der Kirche Zeichen und Werkzeug zu sein für eine Welt, die nicht der Unheilsprophezeiung vom Kampf der Kulturen folge, sondern den Plan Gottes mit seiner guten Schoepfung zu verwirklichen suche. Vorrath: "Inspirierend und motivierend sind wir als Kirche in unserer heutigen Welt jedoch nur dann, wenn wir uns ganz konkret und aktiv einsetzen fuer ein gelingendes Zusammenleben der verschiedenen Voelker, Kulturen und Religionen hier in Deutschland und weltweit."
Dankbar zeigte sich der Weihbischof, dass es im Blick auf die Fluechtlinge aus dem Irak, eine große Welle der Hilfsbereitschaft gebe. Es sei ein ermutigendes Zeichen, dass staatliche Stellen, Kirchen und Wohlfahrtsverbaende, Kommunen, kirchliche Einrichtungen und Pfarrgemeinden hier zusammenarbeiteten und dass dabei auch die chaldaeisch-katholischen Gemeinden mitwirkten. "Wer die Situation der mehr als zwei Millionen Fluechtlinge in Syrien und Jordanien kennt, der weiß, dass unter ihnen viele sind, die aufgrund ihrer aeußeren und inneren Verletzungen, aufgrund des Verlustes ihrer Familie oder massiver religioeser Verfolgung nicht mehr in den Irak zurueckkehren koennen", so Vorrath. Daher sei es richtig, diesen Fluechtlingen auch in Europa eine neue Heimat zu geben. Zugleich sprach sich der Weihbischof für ein Hilfsprogramm aus, das den Fluechtlingen eine neue Perspektive in ihrem Heimatland eroeffne. "Zur Solidaritaet mit den irakischen Fluechtlingen gehoere es auch, Rueckkehrperspektiven in den Irak zu schaffen, ihnen bei dem Aufbau einer neuen Existenz zu helfen und darauf hinzuwirken, dass die religioesen Minderheiten wirksam geschuetzt werden."
An der feierlichen Gemeindegruendung "Apostel Mar Addai und Mar Mari" in der ehemals katholischen Kirche St. Abertus Magnus mit Weihbischof Franz Vorrath nahmen auch der Apostolische Visitator für die chaldaeischen Gemeinden in Europa, Msgr. Philip Najim, sowie Altbischof Dr. Hubert Luthe teil.
Gutes Beispiel für kulturelle Vielfalt
Der Integrationsbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Thomas Kufen, dankte dem Bistum Essen, dass es die Errichtung der chaldaeisch-katholischen Gemeinde in Essen ermoeglicht und sich für die in Nordrhein-Westfalen lebenden chaldaeischen Christen aus dem Irakt eingesetzt habe. "Die heutige Errichtung der Gemeinde ist Ausdruck unserer neuen Willkommenskultur", so Kufen weiter. "Wir wollen die Fluechtlinge schnell in den Staedten und Kommunen aufnehmen, damit sie Integrations- und Sprachkurse besuchen koennen und ihnen damit eine dauerhafte Lebensperspektive ermoeglicht wird. Gemeinsam koennen wir diese Integration der Fluechtlinge schnell zum Erfolg bringen", warb er.
Die neue chaldaeisch-katholische Gemeinde in Essen gebe vielen Menschen die Moeglichkeit, eine Gemeinschaft zu finden, Erlebnisse zu verarbeiten, in die Zukunft zu blicken und Teil einer neuen Gemeinschaft zu werden. Kufen: "Die Errichtung der Gemeinde soll als gutes Beispiel der kulturellen Vielfalt in Nordrhein-Westfalen fungieren."
Buergermeister Norbert Kleine-Moellhoff freute sich, dass die chaldaeisch-katholische Gemeinde in Essen eine neue Heimat gefunden hat und dankte allen, die dazu beigetragen haben. Integration koenne stets dort gelingen, wo man bereit sei, sich gegenseitig zu achten und zu tolerieren und wo fremde Traditionen als Bereicherung empfunden wuerden. Gerade Minderheiten, so Kleine-Moellhoff, muessten in einer Gesellschaft Raum haben, sich in die für sie neue Umgebung und Heimat einzuleben.
In der Stadt Essen leben etwa 900 chaldaeische Christen aus dem Irak. Weitere kleinere Gruppen chaldaeischer Familien wohnen in Moenchengladbach, Bonn, Duesseldorf und Neuss. Seit Jahren feierten sie gemeinsam in der katholischen Kirche Heilig Kreuz im Essener Südostviertel ihre Gottesdienste. Mit Unterstuetzung des Bistums Essen und der Pfarrei St. Nikolaus erhielt die Gemeinde in der katholischen Kirche St. Albertus Magnus in Essen-Katernberg ein eigenes Gotteshaus und ein Zentrum für das Gemeindeleben.
Im Oktober 2008 errichtete der Essener Bischof Dr. Felix Genn auf Ersuchen und im Einvernehmen mit dem chaldaeischen Patriarchen Emmanuel III. Kardinal Delly für die chaldaeischen Christen eine eigene chaldaeisch-katholische Gemeinde. Der vom Patriarchen entsandte Priester Dr. Sami Danka wurde zum Pastor der Gemeinde bestimmt. Ende November bestaetigte der Apostolische Stuhl durch die Kongregation fuer die orientalischen Kirchen im Vatikan die Errichtung der chaldaeisch-katholischen Gemeinde im Bistum Essen.
St. Albertus Magnus Photo: Frank Vinken / waz-Archiv
"Wir muessen uns einsetzen für die grundlegenden Werte der Gastfreundschaft, der Solidaritaet und der Bereitschaft zum teilen", betonte er. Der Weihbischof erinnerte in seiner Predigt daran, dass Gott sein Heil allen Menschen und allen Voelkern anbiete. Damit führe Jesus Christus die Menschen hinaus aus dem engen Denken, das Voelker und Laender, Kulturen und Religionen aufteile in gut und boese. Vorrath: "Die Vielfalt von Sprachen und Voelkern, Kulturen und Riten innerhalb der Kirche macht deutlich, dass diese Vielfalt keine Bedrohung, sondern Reichtum bedeutet." In diesem Sinne sei es Aufgabe aller Christen, in der Kirche Zeichen und Werkzeug zu sein für eine Welt, die nicht der Unheilsprophezeiung vom Kampf der Kulturen folge, sondern den Plan Gottes mit seiner guten Schoepfung zu verwirklichen suche. Vorrath: "Inspirierend und motivierend sind wir als Kirche in unserer heutigen Welt jedoch nur dann, wenn wir uns ganz konkret und aktiv einsetzen fuer ein gelingendes Zusammenleben der verschiedenen Voelker, Kulturen und Religionen hier in Deutschland und weltweit."
Dankbar zeigte sich der Weihbischof, dass es im Blick auf die Fluechtlinge aus dem Irak, eine große Welle der Hilfsbereitschaft gebe. Es sei ein ermutigendes Zeichen, dass staatliche Stellen, Kirchen und Wohlfahrtsverbaende, Kommunen, kirchliche Einrichtungen und Pfarrgemeinden hier zusammenarbeiteten und dass dabei auch die chaldaeisch-katholischen Gemeinden mitwirkten. "Wer die Situation der mehr als zwei Millionen Fluechtlinge in Syrien und Jordanien kennt, der weiß, dass unter ihnen viele sind, die aufgrund ihrer aeußeren und inneren Verletzungen, aufgrund des Verlustes ihrer Familie oder massiver religioeser Verfolgung nicht mehr in den Irak zurueckkehren koennen", so Vorrath. Daher sei es richtig, diesen Fluechtlingen auch in Europa eine neue Heimat zu geben. Zugleich sprach sich der Weihbischof für ein Hilfsprogramm aus, das den Fluechtlingen eine neue Perspektive in ihrem Heimatland eroeffne. "Zur Solidaritaet mit den irakischen Fluechtlingen gehoere es auch, Rueckkehrperspektiven in den Irak zu schaffen, ihnen bei dem Aufbau einer neuen Existenz zu helfen und darauf hinzuwirken, dass die religioesen Minderheiten wirksam geschuetzt werden."
An der feierlichen Gemeindegruendung "Apostel Mar Addai und Mar Mari" in der ehemals katholischen Kirche St. Abertus Magnus mit Weihbischof Franz Vorrath nahmen auch der Apostolische Visitator für die chaldaeischen Gemeinden in Europa, Msgr. Philip Najim, sowie Altbischof Dr. Hubert Luthe teil.
Gutes Beispiel für kulturelle Vielfalt
Der Integrationsbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Thomas Kufen, dankte dem Bistum Essen, dass es die Errichtung der chaldaeisch-katholischen Gemeinde in Essen ermoeglicht und sich für die in Nordrhein-Westfalen lebenden chaldaeischen Christen aus dem Irakt eingesetzt habe. "Die heutige Errichtung der Gemeinde ist Ausdruck unserer neuen Willkommenskultur", so Kufen weiter. "Wir wollen die Fluechtlinge schnell in den Staedten und Kommunen aufnehmen, damit sie Integrations- und Sprachkurse besuchen koennen und ihnen damit eine dauerhafte Lebensperspektive ermoeglicht wird. Gemeinsam koennen wir diese Integration der Fluechtlinge schnell zum Erfolg bringen", warb er.
Die neue chaldaeisch-katholische Gemeinde in Essen gebe vielen Menschen die Moeglichkeit, eine Gemeinschaft zu finden, Erlebnisse zu verarbeiten, in die Zukunft zu blicken und Teil einer neuen Gemeinschaft zu werden. Kufen: "Die Errichtung der Gemeinde soll als gutes Beispiel der kulturellen Vielfalt in Nordrhein-Westfalen fungieren."
Buergermeister Norbert Kleine-Moellhoff freute sich, dass die chaldaeisch-katholische Gemeinde in Essen eine neue Heimat gefunden hat und dankte allen, die dazu beigetragen haben. Integration koenne stets dort gelingen, wo man bereit sei, sich gegenseitig zu achten und zu tolerieren und wo fremde Traditionen als Bereicherung empfunden wuerden. Gerade Minderheiten, so Kleine-Moellhoff, muessten in einer Gesellschaft Raum haben, sich in die für sie neue Umgebung und Heimat einzuleben.
In der Stadt Essen leben etwa 900 chaldaeische Christen aus dem Irak. Weitere kleinere Gruppen chaldaeischer Familien wohnen in Moenchengladbach, Bonn, Duesseldorf und Neuss. Seit Jahren feierten sie gemeinsam in der katholischen Kirche Heilig Kreuz im Essener Südostviertel ihre Gottesdienste. Mit Unterstuetzung des Bistums Essen und der Pfarrei St. Nikolaus erhielt die Gemeinde in der katholischen Kirche St. Albertus Magnus in Essen-Katernberg ein eigenes Gotteshaus und ein Zentrum für das Gemeindeleben.
Im Oktober 2008 errichtete der Essener Bischof Dr. Felix Genn auf Ersuchen und im Einvernehmen mit dem chaldaeischen Patriarchen Emmanuel III. Kardinal Delly für die chaldaeischen Christen eine eigene chaldaeisch-katholische Gemeinde. Der vom Patriarchen entsandte Priester Dr. Sami Danka wurde zum Pastor der Gemeinde bestimmt. Ende November bestaetigte der Apostolische Stuhl durch die Kongregation fuer die orientalischen Kirchen im Vatikan die Errichtung der chaldaeisch-katholischen Gemeinde im Bistum Essen.

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تاريخ التسجيل: 29/02/2008

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